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Klassentreffen NGN
Erika und Albert Kollmann
Unsere private Homepage
Grußwort
Liebe Klasskameraden, liebe Angehörige,
ein goldenes Jubiläum feiern wir heute! 50 Jahre sind es her, dass wir unser Abitur in der Tasche haben, hier zur Erinnerung einige Daten:
13.-22.6.:
schriftliche Abiturprüfungen
7.-14.7.:
Abiturfahrt nach Wien
19.7.:
Abiturfeier und Entlassung
So eine Freude, dass wir heute dieses Jubiläum froh und munter feiern können, langsam sind wir in einem Alter, in dem wir glücklich sein dürfen über
die geschenkten Jahre. Umso bedauerlicher ist es, dass wir in diesem Jahr wieder den Tod eines Klasskameraden erleben mussten. Im März dieses
Jahres verstarb unser Peter Kalb an schwerer Krankheit, an einem sonnigen Frühlingstag wurde er am Südfriedhof von seiner Familie zu Grabe
getragen, auch in Anwesenheit von 9 Klasskameraden. Wir denken in dieser Minute an ihn aber auch an die anderen Verstorbenen aus unserer Klasse,
an Peter Ruff, Peter Baier, Manfred Ermer, Joachim Raab, Udo Schmidt, Peter Steiner, Peter Keck.
Liebe Klasskameraden, ich weiß nicht wie es euch geht, aber ich bin schon sehr dankbar, wenn ich auf unsere Schulzeit und Bildungszeit zurückblicke.
Es ist wahr: wir haben eine gute und fundierte Ausbildung bekommen haben, freilich standen damals auch praktisch alle Berufswege offen, die uns
unsere Berufswünsche erfüllen ließen. Heuer, im Jahr 2011, haben in Bayern zum ersten Mal zwei Schülerjahrgänge Abitur gemacht, das alte G9 und
zum ersten mal das verkürzte Gymnasium, das G8. Wie schön, nur noch 8 Jahre, --- oder?
Ich brauche euch wohl kaum zu erklären, dass man 9 Gymnasialjahre nicht einfach zu 8 kürzen kann ohne Verluste hinzunehmen. Und es gibt kaum
eine köstlichere Darstellung der Probleme in dem neugeschaffenen G8 als die von dem Kabaretisten Han's Klaffl die bei aller Köstlichkeit die bittere
Wahrheit schonungslos offenlegt.
Ich zitiere:
"Von der "Entrümpelung der Lehrpläne" sprach der vorige Kultusminister, bevor er sich in die Staatskanzlei in Sicherheit brachte. Entrümpelung! Das
hätte man uns Lehrkräften ja vorher schon mal sagen können, dass wir Gerümpel unterrichten: Literatur, alte Sprachen, Kunst, Musik, Sport... "Halt",
kommt da der Protest aus Herzogenaurach, "und was ist mit unseren Jogginghosen, wenn der Sport entrümpelt wird?" Die paar Blockflöten,
Reclamhefte und Dreiviertelgeigen, die der Entrümpelung zum Opfer fallen, kann die Wirtschaft locker verkraften. Aber wenn man nicht schon die
Kinder an den Sport heranführt, wer soll dann als Erwachsener die Skiausrüstung und als Frührentner die Fitnessgeräte kaufen? Darum geht es
schließlich: Die Schulen müssen den Erfordernissen der Wirtschaft genügen, und die braucht keine Bildung, sondern Ausbildung. Die klassische
Schülerfrage "Wozu brauche ich das?", die bisher noch jeden Lehrer in den Wahnsinn trieb, ist in der Lobby angekommen - und im Sinne der Schüler
beantwortet worden: "Was wir nicht unmittelbar verwerten können, brauchst du auch nicht zu lernen." Bildung als Wert an sich hat ausgedient. Heute
sucht niemand mehr einen untadeligen Akademiker, wenn er bloß einen Verteidigungsminister braucht. Und ein promovierter Theologe auf dem Posten
des Kultusministers? Nicht nur ein Luxus, sondern auch ein Risiko, wie wir noch sehen werden."
Etwas später sagt dann Han's Klaffl:
"auf das Notabitur folgt ruck-zuck der Bachelor - und schon sind unsere jungen Menschen bereit, ins Feld der europäischen Wirtschaft zu ziehen. Das
ist schließlich die Begründung für die Hast: Unsere Schüler sollten bessere Chancen im globalen Wettbewerb bekommen. Das heißt aber
selbstverständlich nicht, dass sie auch besser sein müssen. Jünger müssen sie sein. Denn "besser" ist offenbar nicht der, der etwas besser kann,
sondern der, der es zwar nur ein bisschen, das aber dafür eher kann...."
(Das Gymnasium in Bayern Zeitschrift des
bayerischen Philologenverbandes Heft 6/2011, S. 8-9)
Wir können schon dankbar sein, dass wir damals zu unserer Schulzeit nicht die Säge der Kürzungsfetischisten zu spüren bekamen, dass wir noch in
epischer Breite Zeit hatten für die alten und neuen Sprachen, für die klassischen Schriftsteller wie Sallust, Seneca oder Thukydides, für Geschichte,
Musik, Kunst und Sport, für Wahlunterricht und so vieles andere... und .... für dumme Streiche.
Wenn ich nachdenke, warum ich seit 45 Jahren gerne Klassentreffen organisiere möchte ich etwas wiederholen, was ich vor 5 Jahren in Hubmersberg
sagte: Eigentlich ist es gar nicht so sehr die Erinnerung an die Schule oder die Lehrer, die ich in Gedanken wieder Revue passieren lassen möchte,
sondern es ist viel mehr die Klassengemeinschaft und die Kameradschaft, die uns bis heute verbindet. Da dürfen wir uns schon selber ein wenig auf
die Schulter klopfen, wenn wir herumblicken und erfreut bemerken, dass sich unsere Klasse wieder so zahlreich zusammengefunden hat.
Ich wünsche uns allen einen frohen Verlauf unserer Wiedersehensfeier!
Euer Albert
Eindrücke
vom
Klassentreffen
2011
in Paterzell
Klassentreffen der Klasse 9a (Abiturjahrgang 1961) am Neuen Gymnasium Nürnberg
Klassenfoto 1953
Aufgenommen im sog. Schulgarten
(Im Hintergrund das Opernhaus)
Schulgebäude bis 1959 an der
Frauentormauer Nürnberg
(Zeichnung M. Jais)
Klassenfoto 1961
Aufgenommen am Eingang des
neuen Schulhauses Weddigenstr.